Mittwoch, 15. Februar 2017

Ein Kapitel, das Männer nicht gern lesen werden

Autorinnen und Autoren geben sich immer ganz erschüttert, was für "Märchen" und Tabus sich um die Menstruation ranken. Nicht backen, nicht mit Wein arbeiten, keine Milchprodukte bearbeiten. Das mit dem "Milch nicht anfassen" ist sehr vernünftig. Gerade das Buttern verlangt eine Kraft und erschüttert den Unterleib so, dass das bei geschwächten Organen wie in den Tagen als sehr unangenehm empfunden wird. Ähnlich ist es beim Brotbacken, das in früherer Zeit mit Kraft verbunden war. Der Teig musste gerührt, geknetet werden und man hob die mehrere Kilo schweren Laibe mit einer Backschaufel in den Ofen. Dieser befand sich meistens im Freien, denn es waren vielfach Gemeindeöfen, die vom ganzen Dorf benutzt wurden. Aber auch in einer bäuerlichen Gemeinschaft, die sich um eine Großfamilie gruppierte, war Brotbacken keine leichte Arbeit. Kochen und Backen braucht Geduld. Wenn eine Frau nicht mehr stehen kann, weil sie zeitweilig geschwächt ist, wird sie dazu tendieren, die Prozesse abzukürzen. Die Hefe entfaltet sich nicht richtig -- auch beim Wein ist das ein Problem --, alle möglichen Vorgänge werden nicht mit dem gewohnten Rhythmus ausgeführt.
Da der Uterus selbst keine Nerven hat, merken wir oft nicht, dass wir Schonung brauchen, tun, was wir immer tun, aber heute misslingt es... Es dient also zum Schutz, bestimmte Arbeiten zu meiden. Wie auch einige andere Rückzugsmöglichkeiten. 

Wie anders konnten sich denn die Frauen der alten bäuerlichen Gestellschaften aus ihren permanenten Pflichten heraus ein bisschen Schonung verschaffen? Ich bin sehr sicher, dass diese "Aberglauben" von Frauen entwickelt worden sind, die sich auf diese -- einzige von den Männern akzeptierte -- Art ein wenig Verschnaufpausen verschafft haben. Und dass die Durchhalteparolen ("moderne Hygiene schafft es, dass Sie alles tun können, was Sie immer tun") aus einer postpatriarchalen, post1945er Sportlehrer-Mentalität geschaffen wurden -- ich weiß das noch sehr gut, ich hatte 1962 meine Menarche. Bis in die 2. Hälfte des 20. Jh. wurden solche Schonungsargumente akzeptiert; auch galt noch ein ganzes Stück weit die sehr sinnvolle Enthaltsamkeit vom Sex, die ja nicht nur für Juden und Muslime gilt, sondern auch in der christlichen Bibel zu finden ist. 
Mal ehrlich: Wenn ich das Bedürfnis hätte, mir -- bei aller Liebe zum Sex -- zeitweilig den Kerl vom Leib zu halten, würde ich auch eine Mär erfinden, dass das Blut giftig ist.
Übrigens brennt es tatsächlich ein bisschen auf der Schleimhaut, anders als wenn man sich in den Finger geschnitten hat. Es enthält Anti-Gerinnungsstoffe, die verhindern, dass das Blut in der Gebärmutter verklumpt. Die Chemie des weiblichen Körpers verändert sich also im Laufe des Zyklus, egal, was da irgendwelche Weißkittel meinen herausgefunden zu haben.
Dass sich der Wind drehte und die Mediziner solche Begründungen für zeitweilige Schonung aufdecken zu müssen glaubten, erklärt sich mit der immer noch verbreiteten Grundhaltung des Nationalsozialismus: Dass man "keine Müdigkeit vorschützen" dürfe, galt nicht nur für Soldaten, Flakhelfer und Rüstungsarbeiterinnen, sondern auch für die Mütter und Mädchen an der "Heimatfront". Einige Berufstände herrschten ungebrochen weiter nach der Befreiung (ja, ich meine die Kapitulation Deutschlands!), darunter waren -- für dieses Thema relevant -- Mediziner und Sportlehrer. Ob sie nun vergessen hatten, welchem Zweck die Ertüchtigung auch der Frauen damals gedient hatte? Viele, die ich noch aus meiner Teenzeit erinnere, führten sich auf, als hätten sie vergessen, dass der Krieg vorbei war.


Übrigens gibt es einige Frauen, die gerade während ihrer Tage noch mehr Lust auf Sex haben. Das ist möglicherweise eine Verwechslung von Schmerz und Lust, zu welcher das Gehirn bekanntlich neigt, denn die beiden Zentren liegen nah beieinander. Nach Ansicht der Traditionellen Chinesischen Medizin ist das ein Zeichen für eine Schwächung der Nieren, also ein Hinweis darauf, dass man es an zwei Tagen des Monats wohl besser lassen sollte.
Die alten Religionsstifter waren keine Idioten.



Mittwoch, 8. Februar 2017

Laaaaaaaaaaangweilig

Was mich oft anödet in der BDSM-Welt ist die gähnende Monotonie. Schwarz schwarz schwarz Stahl Latex Leder Schwarz. Handschellen, Ketten, Seile -- schwarz oder weiß, vielleicht mal rot. High Heels sind obligatorisch -- ja, nichts dagegen, wenn du's magst und tragen kannst, aber sie sind inzwischen ZWANG! Welcher Mann glaubt, eine Frau auf flachen Schuhen sei dominant? Wer kann sich vorstellen, dass man ein erotisches Machtgefälle mit Hanfseilen und Tribal-Kleidung praktizieren kann? Ich möchte eine Südsee-Königin sein, die sich von ihren Sklaven bedienen lässt und sie nach Belieben foltert. Rohrstock reicht schon. Und ich möchte alle diese Wunschzettelquallen in Bambuskäfige sperren und drei Tage hungern lassen, die mir ihre Fetische aufzwingen wollen, und das wollen 99% der Kerls, die sich für "devot"  halten.

Tag 31: Was sind deine nächsten Ziele, und welche Schritte stehen dir als Nächstes bevor?

  #charactersofoctober #desschreiberswildeträume Fido: Mein Ziel ist es, den Kurs der Annäherung von Menschen und Thieren weiter zu verfo...